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Investitionen und Investitionsschutz in Russland und der Ukraine

Vortrag bei den 5. Wirtschaftspolitischen Gesprächen des Ostinstituts Wismar

Am 03. Juli 2015 fanden die 5. Wirtschaftspolitischen Gespräche des Ostinstituts Wismar in den Räumen der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) unter dem Titel „Investitionen und Investitionsschutz in Russland und der Ukraine“ statt. Dr. Ricardo Giucci, Leiter der Deutschen Beratergruppe Ukraine hielt im Rahmen der Tagung einen Überblicksvortrag zur wirtschaftlichen Lage in der Ukraine und zu den Entwicklungen der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Russland und der Ukraine.

Was die makroökonomische Lage betrifft, wurden die Prognosen für das Wirtschaftswachstum durch den IWF nach unten korrigiert. Derzeit wird also mit einem Negativwachstum von 9% für das Jahr 2015 gerechnet. Gründe dafür liegen im schwachen Konsum und sinkenden Investitionen, wozu auch die Unsicherheit beiträgt, die mit dem militärischen Konflikt einhergeht. Auch der Einbruch der Exporte nach Russland leisten ihren Beitrag. Die externe Staatsverschuldung ist massiv angestiegen, sie beträgt zurzeit 94% des BIP.

Als positiv zu bewerten ist die zwar erzwungene, aber eben auch voranschreitende Handelsdiversifizierung der Ukraine. So verliert Russland als Wirtschaftspartner der Ukraine durch das eigene Handeln seine Bedeutung, was sich an den Warenexporten klar ablesen lässt: Gingen 2011 noch 29% der Exporte nach Russland, sind für im ersten Quartal 2015 nur nocht 11% zu erwarten. Der Exportanteil in die EU ist hingegen gleichzeitig gestiegen, wobei das Exportvolumen insgesamt jedoch stark zurückgegangen ist. Durch die vermehrte Nutzung der sogenannten „reverse flows“, also der Rückleitungen von Gas aus der EU in die Ukraine, ist Russland nicht mehr der wichtigste Erdgaslieferant der Ukraine. Der Trend der Desintegration hat sich in letzter Zeit weiter beschleunigt.

Aus russischer Sicht ist dieser Desintegrationstrend nicht dramatisch, da die Ukraine für Russland wirtschaftlich gesehen keine große Rolle spielt. Erklären lässt sich diese ungleiche Bedeutung füreinander durch einen großen Unterschied der jeweiligen Wirtschaftskraft: 2013 war das BIP Russlands das zwölffache der ukrainischen Wirtschaftsleistung. Die Bedeutung der Ukraine für Russland scheint in der öffentlichen Diskussion insofern überschätzt.

Präsentation zum Vortrag: „Überblick zur wirtschaftlichen Lage in der Ukraine und zu den Wirtschaftsbeziehungen Russland – Ukraine“

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf der Webseite des Ostinstituts Wismar



 
 
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